Mythos Cloud Computing – Alle Welt redet über die Cloud. Es fallen Begriffe wie Infrastructure as a Service, Platform as a Service und Software as a Service. Alle haben recht, die guten Berater, die den Definitionen von Gartner.com folgen und doch sind auch alle auf dem falschen Pfad der Erleuchtung.
Cloud Computing und Cloud Services werden häufig als Synonym gesehen, obwohl es einer klaren Abgrenzung bedarf. “Cloud Services” kann ich in der Theorie auch ohne dahinter liegendem “Cloud Computing” anbieten, und umgekehrt kann man mit “Cloud Computing” eventuell seine interne IT effizienter gestalten, ist aber durch diese Art der IT Provisionierung nicht zwingend ein Anbieter von “Cloud Services”.
Verwirrt? Das ist nachvollziehbar, vor allem da beide Begriffe in den meisten Publikationen durcheinander geworfen werden.
“Cloud Computing” ist eine Art wie man Informations Technologie zur Verfügung stellt. Anstatt Software auf einem oder einem Serververbund zur Verfügung zu stellen, hat man im Idealfall die Infrastruktur und Plattformen so standardisiert, virtualisiert und abstrahiert, dass man sich für die Provisionierung der Software keine Gedanken mehr über die notwendige Hardware und Betriebssysteme machen muss. Was heisst das nun? Im Wesentlichen nur, dass die Ressourcen im Rechenzentrum virtualisiert sind und sich dynamisch anpassen, dass ich mir weniger(!) Gedanken machen muss, wie das Zusammenspiel dieser Basiskomponenten konzeptiert ist. Für Sharepoint z.b. brauche ich Speicherplatz und Windows Server Power. Diese wird meiner Software automatisiert und dynamisch (zumindest in der Theorie) zur Verfügung gestellt. Aber natürlich läuft das alles nicht so einfach wie es uns renommierte Hersteller verkaufen. Natürlich muss ich mich immer noch mit dem Leiter des Rechenzentrums abstimmen, damit er vorhersagen kann, wie viele Ressourcen durch mein Projekt zur Verfügung gestellt werden müssen.
“Cloud Services” ist ein Begriff der den Zusatz Cloud nicht verdient. Als Benutzer möchte ich einen Service, entweder kostenlos oder mit Zusatzkomponenten für ein messbares Entgelt (pay-per-use). Logischer Weise interessiert es mich als Endbenutzer nicht ob das ein “Cloud” Service ist oder nicht. Es interessiert mich auch überhaupt nicht, wie die Technologie hinter diesen Services aussieht. Ich möchte eine Dienstleistung, eine faire Abrechnung und die Vorzüge nutzen um mein Geschäft zu betreiben. Nehmen wir flickr.com, dropbox.com, oder salesforce.com. Als zahlender Benutzer bin ich nur daran interessiert, dass meine Vertragsbedingungen erfüllt werden und ausgeliefert werden. Ich möchte Bilder hochladen, Daten austauschen oder CRM Funktionalität benutzen. Dabei ist es mir als Endbenutzer völlig egal, wie diese Services technologisch von den Anbietern angeboten werden.
Natürlich hilft Cloud Computing den Anbietern von Cloud Services ihre Dienste kostengünstig anzubieten. Die meisten dieser Services wären wahrscheinlich nicht ohne Cloud Computing zu realisieren, aber aus der Perspektive des Benutzers ist Cloud Computing eine Methode wie Services zur Verfügung gestellt werden und demzufolge komplett irrelevant.
(Cloud) Services sind die Bereitstellung von Diensten (kostenlos oder nach Nutzen zu bezahlend), bei denen ich mich als Nutzer nur auf die Funktionen konzentrieren muss, letztlich ist es für den Anwender aber unwichtig, was es technologisch bedarf um eben diese Dienste robust zur Verfügung zu stellen.